Wenn Bus und Bahn stillstehen: Bochum steigt aufs Rad - ADFC Bochum

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Bochum e. V.

Wenn Bus und Bahn stillstehen: Bochum steigt aufs Rad

Die Streiks im kommunalen Nahverkehr ließen viele Menschen aufs Rad umsteigen. Dies zeigen die Daten der Rad-Zählstellen in Bochum. Auch am von metropolradruhr-Rädern überfluteten Bahnhofsvorplatz ließ sich dieser Umstieg deutlich erkennen.

Über hundert metropolradruhr-Räder am Hauptbahnhof
Über hundert metropolradruhr-Räder am Hauptbahnhof © T. Wiedenlübbert/ADFC Bochum

Im Februar gab es gleich mehrere Tage, an denen die Bogestra bestreikt wurde. Wir haben die Daten vom 2. sowie 27. und 28. Februar analysiert.

Bochumer Süden: Zählstelle Universitätsstraße

An der Zählstelle Universitätsstraße zeigt sich eindrucksvoll, dass Pendler*innen entlang der U35 auf das Rad umstiegen, um die Hochschulen oder die Innenstadt zu erreichen. Mit 1.374 Radelnden waren am Montag dem 02.02. mehr Menschen unterwegs als an allen vier vorangegangenen Montagen des Jahres zusammen (Summe: 1.065 Personen). Oder anders ausgedrückt: mehr als fünfmal (!) so viel Radverkehr im Vergleich zum bisherigen Montags-Schnitts in diesem Jahr. 

Da beim zweiten Streik keine Daten für den stadtauswärts fahrenden Radverkehr erfasst wurde, kann nur die Richtung stadteinwärts verglichen werden. Am 27.02. radelten 1.040 Personen stadteinwärts. Im Vergleich zum ersten Streiktag ist dies ein weiteres Plus von 32 % (785 Personen). Der dritte Streiktag zeigt mit nur 445 stadteinwärts fahrenden Radfahrenden, dass die Universitätsstraße von vielen Berufspendlern und Studierenden genutzt wird – denn der 28.02. war ein Samstag.  

 

Innenstadt: Zählstelle Brückstraße

Auch im innerstädtischen Bereich lagen die Zahlen deutlich über dem Durchschnitt der angrenzenden Tage. An den ersten drei Freitagen im Februar passierten durchschnittlich 404 Radfahrende die Zählstelle. Am zweiten Streiktag (27.02.) waren es 1033 Personen – 256 % mehr. Dass am 27.02. im Vergleich zum 02.02. mehr Rad gefahren wurde, lässt sich auch hier erkennen (1596 vs. 2068 gezählte Personen, ein Plus von 30 %).     

 

metropolradruhr

Solche Bilder kennt man normalerweise vor allem aus Münster: Der Vorplatz am Bochumer Hauptbahnhof wird von metropolradruhr-Leihfahrrädern überflutet. Zeitweise sammelten sich dort über 130 Fahrräder. Da der Bahnverkehr der Deutschen Bahn regulär fuhr, nutzten viele Menschen das Leihrad-System, um zum Hauptbahnhof zu gelangen. An Streiktagen wird somit die Bedeutung von metropolradruhr als zweites Standbein des ÖPNV sichtbar. 

 

Rückenwind durch die Sonne: Zählstelle Springorumtrasse

Natürlich spielte an diesen Tagen den Radfahrenden ein weiterer Faktor in die Hände: Das schöne Vorfrühlingswetter. An der Zählstelle Springorumtrasse lässt sich kein Ausreißer am ersten Streiktag (02.02.) erkennen. Die Springorumtrasse wird typischerweise von vielen Freizeitsportler*innen genutzt. Das seit Ende Februar trockene, sonnige Wetter lässt den zum Monatswechsel erkennbaren Anstieg an gezählten Radelnde erklären.

 

Fazit

Für den ADFC Bochum sind diese Daten mehr als nur eine Statistik, die Zahlen zeigen: Auf den zentralen Verkehrsrouten Bochums stieg die Zahl der Radfahrenden an den Streiktagen auf mehr als das Fünffache – ein Rekordwert für vergleichbare Wochentage. Wenn der Nahverkehr schwächelt, rettet das Fahrrad – privat oder geliehen – die Mobilität in der Stadt. 

Die Streiktage zeigen außerdem, welches Radfahr-Potenzial in Bochum noch schlummert. An diesen Tagen haben die Bochumer:innen bewiesen, wie schnell sie aufs Rad umsteigen können – wenngleich der Anlass ein unfreiwilliger war. 


Datenquelle: Eco-Counter Bochum (https://data.eco-counter.com/ParcPublic/?id=6603#), Daten abgerufen am 03.03.2026


https://bochum.adfc.de/neuigkeit/wenn-bus-und-bahn-stillstehen-bochum-steigt-aufs-rad

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