Ein weißes Ghostbike und brennende Kerzen.

Ein weißes Ghostbike und brennende Kerzen. © Foto: Ludger Vortmann

Unfallstatistik NRW 2022: Deutlich mehr Unfallopfer auf Pedelecs

Pressemitteilung

Nr. 5/2023

Düsseldorf, 01.03.2023

Im Jahr 2022 sind in NRW deutlich mehr Menschen mit Pedelecs verunglückt als noch im Vorjahr. Das hat das Innenministerium heute bekannt gegeben. 6.700 Menschen wurden bei einem dieser Unfälle verletzt, 48 kamen ums Leben. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club in Nordrhein-Westfalen (ADFC NRW) fordert daher von der Politik mehr Tempo beim Ausbau einer sicheren Radverkehrsinfrastruktur, regelmäßige Ahndung von Tempoverstößen und bei zu geringem Abstand beim Überholen.

ADFC NRW: Brauchen sichere Radverkehrsinfrastruktur um Unfälle zu vermeiden

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Menschen, die in Freizeit und Alltag mit dem Fahrrad unterwegs sind, stark gestiegen. Der Bau sicherer Infrastruktur hält dabei bei weitem nicht Schritt. Gegen eine parallele Entwicklung von Radverkehrsanteil und Unfallzahlen müssen jetzt alle Kräfte mobilisiert werden, sagt Axel Fell, der Landesvorsitzende des ADFC NRW: „Mehr Radverkehr erfordert mehr Platz für sichere Radwege. Aber vielerorts fehlt eine sichere und einladende Fahrradinfrastruktur. Es reicht nicht, mit dem Farbtopf nachträglich weiße Linien auf die Straße zu pinseln. Es muss endlich Schluss sein mit dem Flickteppich aus zu schmalen und kaputten Radwegen.“

Vor allem Kreuzungen stellen Unfallschwerpunkte dar. Um sie zu entschärfen, müssen Radfahrende im Sichtbereich des Kfz- und des Lkw-Verkehrs geführt werden. Getrennte Ampelphasen für Abbieger und Geradeausfahrende und generelles Tempo 30 innerorts sind wichtige Maßnahmen, um die Sicherheit für Radfahrerinnen und Radfahrer zu erhöhen. Auch muss der Mindestabstand von 1,50 Meter innerorts und 2,00 Meter außerhalb geschlossener Ortschaften beim Überholen von ungeschützten Verkehrsteilnehmern stärker kontrolliert und Verstöße geahndet werden.

Annette Quaedvlieg, die Co-Vorsitzende des ADFC NRW, ergänzt: „Das Fahrrad- und Nahmobilitätsgesetz von NRW, das seit dem 1. Januar 2022 in Kraft ist, verlangt: ‚Zukünftig sollen alle Verkehrsmittel eine gleich bedeutsame Rolle einnehmen‘. Davon sind wir meilenweit entfernt, solange geparkte Autos am Straßenrand mehr Platz zur Verfügung haben als Radfahrende und Fußgänger. Abbiege- und Dooringunfälle durch plötzlich geöffnete Türen lassen sich vermeiden, wenn die Infrastruktur an der Sicherheit des Fuß- und Radverkehrs ausgerichtet wird.

Die Zahl der Menschen, die regelmäßig das Rad nutzen steigt. Das ist gut so. Es ist politscher Konsens, dass der Radverkehrsanteil an allen zurückgelegten Wegen bis 2030 auf mindestens 25 Prozent steigen soll. Das ist aber nur zu erreichen, wenn die Sicherheit und auch die gefühlte Sicherheit hoch sind. In den Niederlanden haben lediglich 14 Prozent der Bevölkerung Sicherheitsbedenken beim Radfahren. Hier bei uns in Deutschland haben mit 42 Prozent drei Mal so viele Menschen Angst beim Radfahren (Ipsos-Studie, 2021). Radinfrastruktur muss sich an den Bedürfnissen von Kindern und auch von unsicheren Radfahrenden ausrichten.

ADFC empfiehlt Pedelec-/E-Bike-Trainings

Wie wichtig eine sichere und vom Autoverkehr getrennte Fahrradinfrastruktur ist, zeigt sich besonders bei der deutlich gestiegenen Zahl tödlicher Unfälle von älteren Pedelecfahrer:innen. Annette Quaedvlieg, ADFC-Co-Vorsitzende, sagt: „Das ist besonders tragisch, weil junge und ältere Menschen besonderen Schutzes bedürfen. Wir wollen doch, dass Menschen so lange wie möglich selbstbestimmt mit dem Fahrrad oder Pedelec unterwegs sein können. Aber wenn die Mängel der Fahrradinfrastruktur und fehlende Erfahrung beim Fahren eines Pedelecs aufeinandertreffen, kann es besonders gefährlich werden.“ Der Fahrrad-Club ADFC NRW empfiehlt daher allen, die auf ein Pedelec umsteigen, die Teilnahem an E-Bike-Trainings. Der ADFC bietet in seinen elf Radfahrschulen für Erwachsene in NRW solche Kurse an:

Infos zu den ADFC-Radfahrschulen für Erwachsene: https://radfahrschule.adfc.de/

Beispiele für E-Bike-/Pedelec-Trainings des ADFC:

ADFC Leverkusen (4.März): Fahrradschule für Neueinsteigerinnen und Frauen
https://touren-termine.adfc.de/radveranstaltung/93959-fahrradschule-fur-neueinsteigerinnen-und-frauen

ADFC-Bielefeld (8. März): Pedelectraining für Senior:innen
https://touren-termine.adfc.de/radveranstaltung/91195-pedelectraining-fur-seniorinnen-und-senioren

ADFC Wuppertal / Solingen (18. März) Pedelec Grundkurs
https://touren-termine.adfc.de/radveranstaltung/90418-pedelec-grundkurs

ADFC Telgte (1. April)  Fahrsicherheitstraining – auch für Umstieg auf Pedelec

https://touren-termine.adfc.de/radveranstaltung/90188-fahrsicherheitstraining

ADFC Hamm (12. April) E-Bike-Sicherheitstraining

https://touren-termine.adfc.de/radveranstaltung/87584-ebikesicherheitstraining

ADFC Hattingen – gemeinsam mit der Polizei: (22. April) E-Bike-Fahren aber sicher 
https://touren-termine.adfc.de/radveranstaltung/90352-ebike-fahren-aber-sicher

ADFC Dortmund: (17. Mai):  Sicherheitstraining mit dem Pedelce
https://touren-termine.adfc.de/radveranstaltung/92947-sicherheitstraining-mit-dem-pedelec


Über den ADFC NRW
Der ADFC NRW e.V. ist mit mehr als 56.000 Mitgliedern der größte Landesverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs. In 38 Kreisverbänden und rund 100 Ortsgruppen sind wir vor Ort aktiv. Wir setzen uns für eine umweltfreundliche Verkehrspolitik ein, fahren gemeinsam Touren und beraten in allen Fragen rund um das Fahrrad. Als Landesverband werben wir für eine Verkehrspolitik, die mit einer sicheren und einladenden Radverkehrsinfrastruktur die Potentiale des Fahrrads für Alltags-, Freizeit- und Urlaubsradfahrer*innen ausschöpft.

Presse-Kontakt
Ludger Vortmann
Referent Presse- und Öffentlichkeitsarbeit / Pressesprecher
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Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club NRW e.V. (ADFC NRW)
Landesverband NRW
Karlstr. 88, 40210 Düsseldorf
Tel. 0211-6870813
Mobil 0151-67534402
Mail: presse@adfc-nrw.de
Internet: www.adfc-nrw.de

 

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Axel Fell, Landesvorsitzender ADFC NRW

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Annette Quaedvlieg, Co-Landesvorsitzende ADFC NRW

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https://bochum.adfc.de/pressemitteilung/unfallstatistik-nrw-2022-deutlich-mehr-unfallopfer-auf-pedelecs

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

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