
Senkrechtstellplätze an der Oskar-Hoffmann-Straße © ADFC Bochum
Oskar-Hoffmann-Straße: ADFC sieht vertane Chance für mehr Verkehrssicherheit
Nach dem Verkehrsversuch im vergangenen Jahr zur zukünftigen Gestaltung der Oskar-Hoffmann-Straße zeichnet sich nun eine politische Entscheidung ab.
Nach dem Willen von SPD und Grünen soll der grundsätzliche Straßenquerschnitt unverändert bleiben. Der ADFC Bochum bewertet dies kritisch und spricht von einer vertanen Chance für mehr Verkehrssicherheit und eine zukunftsfähige Mobilität.
Verkehrsversuch brachte neue Ansätze
Im Rahmen des Verkehrsversuchs wurden eine Einbahnstraßenregelung für den Autoverkehr sowie ein Radweg in Gegenrichtung erprobt.
Der nun vorliegende Planungsentwurf der Verwaltung sieht stattdessen Mischverkehr bei Tempo 30 vor. Von der Universitätsstraße kommend soll ab der Wilhelm-Engel-Straße ein Radweg eingerichtet werden. Außerdem ist ein Kreisverkehr am Steinring geplant. (siehe blaue Box zu Verkehrsversuch und Planungsentwurf)
Positive Elemente des Entwurfs
Der ADFC begrüßt grundsätzlich mehrere Bestandteile der Planung. Dazu zählen insbesondere der neue Straßenbelag, der auch dem Radverkehr zugutekommt, sowie der geplante Kreisverkehr am Steinring. Positiv bewertet der Fahrradclub zudem den Erhalt des bestehenden Baumbestandes.
Kritik am unveränderten Straßenquerschnitt
Deutlich kritischer sieht der ADFC jedoch, dass die Aufteilung des Straßenraums nicht grundlegend überarbeitet werden soll. Nach derzeitiger Planung sollen die Senkrechtparkplätze weitgehend erhalten bleiben.
Aus der Arbeitsgruppe Verkehr des ADFC Bochum heißt es: „Wir sind entsetzt über die Prioritätensetzung zu Lasten der Verkehrssicherheit, die von SPD und den Grünen im Mobilitätsausschuss eingebracht wurde. Die Unfallgefahr ist hierbei viel zu hoch: Wer rückwärts aus einem Senkrechtparkstand auf die Fahrbahn ausparkt, hat durch benachbarte Fahrzeuge und Bepflanzung stark eingeschränkte Sichtbeziehungen. Bei neu geplanten Straßen wird diese Kombination daher in der Regel vermieden.“
ADFC fordert Seitenrandparken
Aus Sicht des ADFC wäre lediglich paralleles Seitenrandparken vertretbar. Nach Einschätzung des Vereins würden dadurch nur fünf Stellplätze entfallen, während die Verkehrssicherheit deutlich verbessert werden könnte.
Sichere Radwege als Schlüssel zur Mobilitätswende
Der ADFC verweist darauf, dass viele Bürger und Bürgerinnen in Bochum das Radfahren wegen unübersichtlicher Verkehrsführungen und zahlreicher Gefahrenstellen meiden. Sichere und gut geführte Radwege seien daher eine zentrale Voraussetzung für eine erfolgreiche Mobilitätswende und zugleich ein wichtiger Beitrag zur Verringerung von Staus.
Als Leitbild des deutschen Straßenverkehrs gelte nicht ohne Grund die „Vision Zero“, also das Ziel, die Zahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten so weit wie möglich zu reduzieren. Nach Auffassung des ADFC steht das Festhalten an den Senkrechtparkplätzen diesem Grundsatz entgegen.
Kreisverkehr wird konstruktiv begleitet
Zustimmung findet hingegen der geplante Kreisverkehr am Steinring. Der ADFC Bochum kündigt an, die weitere Ausarbeitung der endgültigen Planung konstruktiv zu begleiten und sich weiterhin für eine sichere und attraktive Gestaltung der Oskar-Hoffmann-Straße einzusetzen.









