ADFC Bochum begrüßt den Beschluss zur innerstädtischen Route des RS 1 - ADFC Bochum
RS1 Gegenverkehr

RS1 in Bochum (Bauabschnitt A4) - hier: Begegnungsverkehr © ADFC Bochum

ADFC Bochum begrüßt den Beschluss zur innerstädtischen Route des RS 1

Der ADFC Bochum begrüßt grundsätzlich den Beschluss zur innerstädtischen Route des RS1; bei der Detailplanung muss man aber aufpassen!

Die Verzögerungen beim Radschnellweg Ruhr füllen schon viele Berichte und Kommentare. Daher ist der ADFC Bochum erfreut, dass jetzt endlich mit einer sehr breiten Mehrheit eine mögliche Trassenführung in Bochum beschlossen wurde. Der Vorschlag setzt dabei auf ein Entgegenkommen der Deutschen Bahn AG (die Bahn-Entwicklungs-Gesellschaft (BEG) war dahingehend bereits eingebunden) und würde in diesem Fall von der Bessemerstraße aus auf den derzeit nicht mehr genutzten Bahngleisen der Friederikabahn geführt, bevor dann in Höhe des Hauptbahnhofes die Universitätsstraße gekreuzt wird.

Damit entspricht diese Trasse in weiten Teilen den Vorschlägen der Machbarkeitsstudie des RVR aus dem Jahr 2014. Auch die Vorschläge, die der ADFC Bochum in der Vergangenheit gemacht hat, finden sich in dem beschlossenen Vorschlag wieder. So hat der ADFC Bochum im Vorfeld der Beteiligungsverfahren sich auch zuletzt 2020 für eine Routenführung ausgesprochen, die dem jetzigen Verlauf sehr nahekommt. Dahingehend hat sich nicht nur der ADFC so geäußert, sondern auch weitere Initiativen und Verbände vor Ort.

Die nun beschlossene Trassenführung entspricht dabei auch einer Mischung aus den drei Varianten (Trassenvariante 3, 4 und 6 - siehe Anlage 6.2 des Gutachtens), die bei der Beteiligung der Bürgerschaft am besten abgeschnitten haben. Insofern halten wir Aussagen, wonach hier die Interessen der Radfahrenden nicht gewahrt sind, für fragwürdig und interpretieren das als politisches Geplänkel.

Dass jetzt Strecken nördlich der Bahntrasse wieder ins Gespräch gebracht werden verwundert uns. Wir sehen für diese Vorschläge, egal ob Boulevard oder Südring,  gravierende Nachteile. Auch halten wir es im Sinne einer Verkehrswende in ganz Bochum und dem damit verbundenen Planungseinsatz für fahrlässig, wenn bereits begonnene und zum Teil auch schon beschlossene Planungen wie das Radverkehrskreuz zum Boulevard, Neugestaltung Südrings dadurch konterkariert werden.

Wichtig wird jedoch - nach hoffentlich positivem Abschluss der Gespräche mit der Bahn - die Ausführungsplanung sein. Hier muss man aufpassen: Wenn beispielsweise im Ehrenfeld Fahrradstraßen angelegt werden, dann muss sichergestellt sein, dass es keine Fahrradstraßen wie in Essen (z.B. Rüttenscheider Straße) werden und mögliche Konflikte mit den Anwohnern um Parkplätze vermieden werden, beispielsweise durch eine Quartiersgarage und weitere Bausteine einer echten Mobilitätswende wie Ladezonen, Lastenräder im Verleih aber auch Car Sharing.

Auch die Höhenverhältnisse auf der Strecke müssen betrachtet werden, denn natürlich ist eine 7 %ige Steigung nicht wünschenswert. Umso erfreuter haben wir den entsprechenden Änderungsantrag aufgenommen, der hoffentlich dazu führt, dass bei den Detailplanungen eine bessere Lösung erarbeitet werden kann. Für die Detaillierung wünschen und erwarten wir als ADFC Bochum weiterhin, eng von den Verantwortlichen mit in die Planung eingebunden zu werden.

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