Das nächste Kapitel (Februar 2022 bis ??)

 

Vorstellung der -möglichen- RS1-Route(n) durch die Bochumer Innenstadt!

 

Am Mittwoch 26.01.2022 wurden die Ergebnisse zur Routenfindung erstmals „offiziell“ einem größeren Kreis (ua. ADFC, Radwende) in der Beiratssitzung Bochum vorgestellt.
Mittlerweile ist die Trassenuntersuchung und auch die Beschlussvorlage auf der Homepage der Stadt Bochum nachzulesen: Beschlussvorlage der Verwaltung,Nr.: 20220116
(Abbildungen hier sind aus dieser Vorlage und anderen Stadtinformationen)

Am 09.03.2022 hat der Ausschuss für Mobilität und Verkehr -abschließend- darüber abgestimmt. Mit deutlicher Mehrheit wurde die Vorlage mit einer Änderung (*dazu mehr am Ende des Artikels) angenommen!

Hier eine Information (und Einschätzung) zu der favorisierten Variante „Kreuzungsfreie Strecke südlich der DB“:

Von der Bessemer Str. geht es über die Ehrenfeldstr.und die Clemensstr., die zu einer Fahrradstraße nach „RS1-Standard“ ausgebaut werden sollen, in Richtung Königsallee.

Da, wo der RS1 die Königsallee kreuzt, wird es eine -neue-Lichtsignalanlage geben. Die Fußgänger-LSA weiter nördlich (Alte Hattinger Str. /Königsallee) wird aller Voraussicht nach „aufgegeben“.

So „ganz“ kreuzungsfrei wird die Strecke also nicht sein. Es ist aber auch schwer vorstellbar, dass dies für die gesamte Zentrumsstrecke zu realisieren wäre. Brückenbauwerke oä über alle drei Hauptstraßen (Königsallee, Universitätsstr., Wittener Str.) sind eventuell denkbar, nur, hat sich jemand der Verfechter dieser Idee auch Gedanken darüber gemacht, dass Menschen von den „Ständerwerken“ ins innerstädtische Netz von dort gelangen wollen? Die Auf- und Abfahrtsrampen wären sehr aufwändig, Probleme wie Feuerwehrbewegungsflächen, Erreichbarkeit der Strecke für Rettungsfahrzeuge etc. müssten gelöst werden. Andererseits wäre diese Lösung für diejenigen, die das Zentrum schnell passieren wollen, gut!

Zurück zum Knotenpunkt Königsallee / Clemensstr.: Zu Fußgehende sollen dann entweder die Furt an der Clemensstr. nutzen bzw. die – noch einzurichtende Furt- nördlich der DB-Brücke- begehen.

Weiter geht es nach Osten über Clemensstraße und Hermannshöhe in Richtung Hauptbahnhof. Hier (Parkplatz Klever Weg) ist eine erste Brücken-Rampenkonstruktion geplant, die die Universitätsstr. überbrückt und in Höhe des Buddenbergplatzes  in Richtung Ferdinandstr. „auslaufen“ soll. Wie der Übergang zu dem Radschnellweg in „Mittellage“ auf der Ferdinandstraße aussehen soll ist noch nicht dargestellt worden
Die nächste Brückenkonstruktion (ebenfalls nur für Radelnde) soll über die Wittener Str. in den Kortumpark "gespannt" werden und auch noch einige Meter im Park "überbrücken". So sollen auch die Höhenunterschiede einigermaßen ausgeglichen werden.

Nicht unerwähnt bleiben sollte die Optimierungsmöglichkeit, falls es doch noch zu einem erfolgreichen Gesprächsverlauf mit der DB kommen sollte:

„Optimierung kreuzungsfreie Strecke südlich der DB“:

In dieser Variante werden Flächen der DB genutzt, es entfällt die Kreuzungssituation an der Königsallee.

Allerdings werden die Flächen der DB in diesem Fall nicht der Stadt übertragen, die DB muss „jederzeit Zugang zur Bodenfläche“ haben (Kabelarbeiten etc.).

Deshalb soll es potentielle technische Lösungen geben wie ein Radweg über Waggons oder auch „Schutzzäune/-gitter" wegen der vorhandenen Bahnelektrifizierung.

In diesem Fall werden die „Umleitungsstrecken“ wie Ehrenfeldstr., Hermannshöhe etc. wahrscheinlich zusätzlich zu Fahrradstraßen umgebaut.

Das östliche Ende der „Innenstadtroute“ wurde recht „spärlich behandelt“. Wir haben den Eindruck, dass hier noch nicht klar ist, ob der RS1 über die Akademiestraße, Knotenpunkt Lohring auf die Straße „Am Lohberg“ geführt werden soll, um „unten“ mit der Springorumtrasse „verknüpft" zu werden oder ob es nach dem Kortumpark doch noch Richtung Bahngleise gehen kann und die neue Lohringbrücke unterquert wird. Zumindest ist in der neuen Brücke ein „Loch“ für einen Radweg eingeplant. (*: hier wurde mit dem Änderungsantrag der Koalition beschlossen, die Routenplanung vorerst an der Akademiestraße auslaufen zu lassen, um später die bestmögliche Option zu verfolgen!).

Nun sind weitere umfangreiche Gespräche erforderlich (aus dem städtischen Vortrag):

Weiteres Vorgehen

- Gespräche zum Kortumparkmit LWL und Kortumgesellschaft

- Abschluss der Grundlagenermittlung und Vorplanung

- Gespräche mit DB, Eigentümer des Park & Ride Parkplatzes,

- Gespräche mit Verkehrsministerium des Landes und Straßen.NRW

- weiterer Förderantrag für Planung

Vor allem muss nun mit dem Verkehrsministerium NRW und StrassenNRW abgestimmt werden, ob diese geplante Strecke als sog. Ortsdurchfahrt (wahrscheinlich, Anm. des ADFC) oder sog. „freie Strecke“ weiter (detail-)geplant und gebaut werden soll.

Die Stadt Bochum möchte nach unseren Informationen sowohl die Planungshoheit wie auch die späteren Bauleistungen eigenständig verantworten.

Auf Grundlage der Beschlüsse und der Gespräche muss anschließend der Förderantrag (an die Bezirks Regierung Arnsberg) für die konkreten Planungen gestellt werden.

Erst nach Bewilligung werden diese Planungsleistungen europaweit auszuschreiben sein!

Baubeginn ist somit noch „in weiter Ferne“, einen detaillierten Zeitplan wollte/konnte das Tiefbauamt nicht erstellen.

Unsere Einschätzung: Vor 2028 (?) wird der „RS1-BO-Zentrum“ nicht befahrbar sein!

Der ausführliche Bericht zur Trassensuche ist auf der Internetseite der Stadt Bochum www.bochum.de/Tiefbauamt/Radfahren/RS1 eingestellt.

Darüber hinaus ist es nach unserer Ansicht unbedingt erforderlich, dass unverzüglich die Brückenplanung über die A40 sowie die Strecke von der A40 bis zur Stahlhauser Str. geplant und realisiert wird. Denn nichts ist für eine Nutzung des Radschnellweges hier in Bochum schädlicher als eine lückenhafte Verbindung: Solange die durchgehende Verbindung nicht sichergestellt ist, wird es sehr schwer sein, Menschen von einem Umstieg auf das Verkehrsmittel Rad oder Pedelec bei Strecken zwischen 5 und 15 Kilometern zu überzeugen!

Der ADFC-Bochum hofft, dass er in den weiteren Detailplanungen eingebunden sein wird.

Wir sind der Meinung, dass jede(r), der bzw. die sich in dieser Diskussion einbringen will, sich ein eigenes Bild von der Routenführung vor Ort machen sollte.

Aus diesem Grunde bieten wir sog. RS1-Erkundungen in Kleingruppen mit individueller Terminplanung an. Hier ein paar Bildeindrücke aus der letzten Tour vom 12.02.2022 sowie aktuelle „Rodungsfotos“

alle Themen anzeigen

Verwandte Themen

Weitmarer Straße an der Einfahrt von der Kohlenstraße

Fahrradstraßen – Straßen für Fahrräder oder nur Straßen mit Fahrrädern?

Die Weitmarer Straße wird zur Fahrradstraße. Ist das die Lösung für die fehlenden Radverkehrsanlagen auf der Hattinger…

Zwei Jahre Klimanotstand in Bochum

Am 6. Juni 2019 nimmt der Rat der Stadt Bochum eine Resolution an, in der für unsere Stadt der Klimanotstand erklärt…

OB Thomas Eiskirch beim Sommergespräch am 30.07.2021

Drei Fragen an OB Thomas Eiskirch für das Magazin „FreiRad“

Der ADFC hatte am 30.07. Gelegenheit, im Rahmen der Sommergespräche mit dem Oberbürgermeister Thomas Eiskirch einen…

RadEntscheid Bochum: Mehr als 12 000 Unterschriften sind erreicht

Vor dem Bochumer Rathaus startete am Samstag 26.6. offiziell die Unterschriftensammlung für eine deutlich verbesserte…

Mehr Platz fürs Rad Sprühschablone

Faules Ei im Radverkehrsbeschluss!

Oder: Viele Köche verderben den Brei.

Angst vor der letzten Meile - Radverkehrsanlagen für die Königsallee

Im Ausschuss für Mobilität und Infrastruktur wurde die Planung für Radverkehrsanlagen an der Königsallee zwischen…

Steinring, Einmündung Wittener Straße

Die Neugestaltung des Steinrings: Alles im Lot?

Im November 2019 kritisierte der ADFC die Planungen zur Neugestaltung des Steinrings zwischen der Oskar-Hoffmann-Straße…

Radfahren in Grünanlagen

Der ADFC Bochum begrüßt die Einzelfallprüfung für das Radfahren in Grünanlagen und Parks und bietet die Zusammenarbeit…

Befahrung des ADFC Bochum mit dem Tiefbauamt der Stadt: hier an der Springorumtrasse, Höhe Glockengarten

Südumfahrung der Wittener Straße

Die Südumfahrung ist kein Ersatz für Radverkehrsanlagen auf der gesamten Länge der Wittener Straße.

https://bochum.adfc.de/artikel/das-naechste-kapitel-februar-2022-bis

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

    weiterlesen

  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

    weiterlesen

  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

    weiterlesen

  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

    weiterlesen

  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

    weiterlesen

  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

    weiterlesen

Bleiben Sie in Kontakt