Sperre am Weihnachtsmarkt (mit Radspur)

Sperre am Weihnachtsmarkt (mit Radspur) © Jens Matheuszik

Alle Jahre - wieder zu wenig Fahrradparkplätze am Weihnachtsmarkt?

 

"Alle Jahre wieder" - kommt Weihnachten auf uns zu. Und was bedeutet das für den Radverkehr - beispielsweise in Sachen Weihnachtsmarkt? Bei den Stellplätzen für Fahrräder mussten wir vom ADFC eine ernüchternde Mitteilung zur Kenntnis nehmen.

 

Im vergangenen Jahr machte der ADFC Bochum anlässlich der anstehenden Eröffnung des Weihnachtsmarktes Bochum darauf aufmerksam, dass es rund um den Weihnachtsmarkt in der Bochumer Innenstadt Probleme gibt. Wir thematisierten damals zwei Probleme:

  1. Fehlende bzw. nicht mehr nutzbare Fahrradabstellplätze, von denen zahlreiche den Aufbauten des Weihnachtsmarktes zu weichen haben.
  2. Befahren des Boulevards mit dem Fahrrad. Denn an den aus Sicherheitsgründen aufgestellten Terror-Abwehrsperren kamen zu Beginn einige Radfahrende nicht zu ihrem (durchfahrenden) Recht.

Siehe dazu auch den Artikel: Alle Jahre wieder

Radverkehr auf dem Boulevard

Das letztgenannte Problem konnte durch Gespräche des ADFC mit der Stadt sehr schnell gelöst werden.

Die Bochum-Marketing GmbH als Betreiberin der Bochumer Weihnacht wurde durch die entsprechenden Stellen darauf hingewiesen, dass der Radverkehr auf dem Boulevard sehr wohl erlaubt ist und die entsprechenden Sicherheitskräfte wurden entsprechend instruiert dem Fahrradverkehr einen entsprechenden Platz zu gewähren. In diesem Jahr gibt es sogar eigene Piktogramme und Markierungen für den Radverkehr (siehe Foto oben).

Dieses Problem stellt also keines mehr da, was uns als ADFC Bochum freut.

Fahrradabstellplätze auf bzw. am Weihnachtsmarkt

Wir hatten aber auch die Hoffnung, dass sich für dieses Jahr auch die Situation bei den Fahrradabstellanlagen zum positiven wendet. Denn im zuständigen Ausschuss für Mobilität und Infrastruktur wurde am 1. Dezember 2021 mit großer Mehrheit folgender Beschluss getroffen:

"Der Ausschuss für Mobilität und Infrastruktur beauftragt die Verwaltung, während des Bochumer Weihnachtsmarktes temporäre Fahrradabstellanlagen zu schaffen. Auch sollen Gespräche mit Bo-Marketing als Veranstalterin des Bochumer Weihnachtsmarktes geführt werden, inwiefern die Nahmobilität gerade zur Weihnachtszeit und in Zusammenhang mit dem Weihnachtsmarkt gefördert werden kann."

Eigentlich ist dieser Beschluss eindeutig. Dennoch teilte die Verwaltung in der letzten Sitzung des Ausschusses dazu "zur Kenntnisnahme" als Mitteilung mit, dass "durch das aktuell neu geschaffene Angebot rund um den Weihnachtsmarkt [...] eine Kompensation von ca. 75% der belegten Parkplätze gegeben [sei]". Und weiter heißt es in der städtischen Vorlage: "Dieses Jahr wird daher letztmalig keine Vorgabe zur Kompensation dieser belegten Parkplätze gemacht."

Mit den "neu geschaffene[n] Angebot rund um den Weihnachtsmarkt" sind dabei die zusätzlichen Abstellmöglichkeiten in der Innenstadt, z.B. am Willy-Brandt-Platz vor dem Rathaus, gegenüber vor dem CityPoint usw. gemeint. Das sind jedoch alles Abstellmöglichkeiten die dauerhaft eingerichtet wurden und nicht zur reinen Kompensation während des Weihnachtsmarktes.

Wenn man es deutlich formulieren wollen würde, dann könnte man sagen, dass hier ein nahezu einstimmig erfolgter Beschluss nicht ausgeführt wurde. Und das obwohl es sogar Pressemitteilungen dazu gibt, in denen noch heute steht, dass die durch den Weihnachtsmarkt wegfallenden Abstellmöglichkeiten aufgrund des Beschlusses von 2021 kompensiert wurden. Was schlicht und ergreifend falsch ist...

Weiter sollten ja auch Gespräche zur Förderung der Nahmobilität geführt werden. Angesichts der Tatsache, dass schon bei einer über 20 Jahre alten Studie von Weihnachtsmärkten als Wirtschaftsfaktor bis zu 20 % zu Fuß und mit dem Fahrrad anreisen, dürfte dieser Wert heutzutage deutlich höher sein. Denn die Anreise mit dem Rad zum Weihnachtsmarkt ist inzwischen keine Seltenheit mehr, sondern steigt stetig. Daher ist es wirklich sinnvoll, dass solche Gespräche geführt werden sollten.

Das kann ja dann vielleicht für das kommende Jahr angegangen werden, denn auch wenn in der Mitteilung zu diesen Gesprächen nichts steht, heißt es dort doch auch zu den Fahrradabstellanlagen: "Ab kommendem Jahr werden die durch die Veranstaltung belegten Parkplätze zu kompensieren sein."

Wir werden das weiter beobachten... alle Jahre wieder!

 

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https://bochum.adfc.de/artikel/alle-jahre-wieder-keine-fahrradparkplaetze-am-weihnachtsmarkt

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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